Kino immer anders


Irgendwo an der schottischen Küste wo raue Winde um die Häuser pfeifen und die eisige Gischt an die Klippen spritzt, liegt das Leben auf Gedeih und Verderb in den Händen Gottes. Zumindest in der tief religiösen calvinistischen Gemeinde, in der Bess McNeill lebt. Die herzensgute, aber psychisch schwer labile junge Frau vermählt sich mit dem Ölfeld-Arbeiter Jan. Bess scheint endlich einen Mann gefunden zu haben, der ihr die Stabilität bietet, die sie braucht. Doch das junge Eheglück währt nicht lange. Zurück auf der Bohrinsel wird Jan in einen Unfall verwickelt, welcher ihn ans Bett gefesselt zurücklässt.
Jan wird zunehmend verbittert und beginnt, Bess mit unmoralischen Forderungen zu bedrängen. Von Schuldgefühlen geplagt ist sie Wachs in seinen Händen und bereit alles zu tun, um ihrem Gatten zu helfen. Doch damit setzt sie nicht nur ihre Würde aufs Spiel, sondern riskiert auch, den Zorn der ganzen Gemeinde auf sich zu laden.

Lars von Triers Passionsgeschichte einer Frau, die zu gutherzig für diese grausame Welt ist, geht tief unter die Haut. In grobkörnigen Bildern lässt der Film uns eintauchen in einen Mikrokosmos, der von Dogmen und Engstirnigkeit verblendet ist. Emily Watson liefert eine unglaublich fesselnde Darbietung, die zwischen bemitleidenswerter Hilflosigkeit und unerwarteter Stärke schwankt. In einer hervorragenden Kameraführung und Montage, die uns ganz nah an die Figuren bringen, entsteht eine beinahe greifbare Unmittelbarkeit, die nahtlos aurechterhalten werden kann. Breaking the Waves endet mit einem erschütternden Schlag in die Magengrube und findet dennoch einen Weg, das Publikum versöhnt mit den Figuren zurückzulassen. Damit gewann das dänische Enfant terrible in Cannes verdient den grossen Preis der Jury.

Claudio Fuchs


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Irgendwo an der schottischen Küste wo raue Winde um die Häuser pfeifen und die eisige Gischt an die Klippen spritzt, liegt das Leben auf Gedeih und Verderb in den Händen Gottes. Zumindest in der tief religiösen calvinistischen Gemeinde, in der Bess McNeill lebt. Die herzensgute, aber psychisch schwer labile junge Frau vermählt sich mit dem Ölfeld-Arbeiter Jan. Bess scheint endlich einen Mann gefunden zu haben, der ihr die Stabilität bietet, die sie braucht. Doch das junge Eheglück währt nicht lange. Zurück auf der Bohrinsel wird Jan in einen Unfall verwickelt, welcher ihn ans Bett gefesselt zurücklässt.
Jan wird zunehmend verbittert und beginnt, Bess mit unmoralischen Forderungen zu bedrängen. Von Schuldgefühlen geplagt ist sie Wachs in seinen Händen und bereit alles zu tun, um ihrem Gatten zu helfen. Doch damit setzt sie nicht nur ihre Würde aufs Spiel, sondern riskiert auch, den Zorn der ganzen Gemeinde auf sich zu laden.

Lars von Triers Passionsgeschichte einer Frau, die zu gutherzig für diese grausame Welt ist, geht tief unter die Haut. In grobkörnigen Bildern lässt der Film uns eintauchen in einen Mikrokosmos, der von Dogmen und Engstirnigkeit verblendet ist. Emily Watson liefert eine unglaublich fesselnde Darbietung, die zwischen bemitleidenswerter Hilflosigkeit und unerwarteter Stärke schwankt. In einer hervorragenden Kameraführung und Montage, die uns ganz nah an die Figuren bringen, entsteht eine beinahe greifbare Unmittelbarkeit, die nahtlos aurechterhalten werden kann. Breaking the Waves endet mit einem erschütternden Schlag in die Magengrube und findet dennoch einen Weg, das Publikum versöhnt mit den Figuren zurückzulassen. Damit gewann das dänische Enfant terrible in Cannes verdient den grossen Preis der Jury.

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