Kino immer anders

2015-2 DAS LICHT YEELEN

Wir befinden uns im vorkolonialen Mali: Nianankoro – angehöriger des Stammes der Bambara – möchte in den Rang eines hoch angesehenen Komo aufsteigen. Diesen ehrgeizigen Plan versucht sein Vater zu verhindern. Er selbst ist Heiler und ein mit magischen Kräften gesegneter Mann. Die Ambitionen des Sohnes bedrohen sein eigenes Ansehen und er scheut auch nicht gewaltsam gegen die Pläne seines Sprösslings anzukämpfen. So schickt Niankoros Mutter ihren Sohn auf die Flucht, ohne das er sein Ziel aus den Augen verliert. Er begibt sich auf die Suche nach seinem Onkel, der im Besitz eines wundersamen Amuletts ist, das als Waffe gegen seinen Vater eingesetzt werden kann. Auf seiner Reise begegnet er unterschiedlichen Stämmen, Ritualen und Traditionen, aber auch der schönen Attou. Sein Liebeshoch steht jedoch unter einem schlechten Stern, denn Nianankoro muss seinem Vater noch von Angesicht zu Angesicht entgegentreten…

Yeelen – Das Licht ist die pure, auf Film gebannte Spiritualität fernab vom missionarischen Eifer der grossen Weltreligionen. Das Coming-of-Age Drama durch die Gefilde und Bräuche Afrikas wird in Cissés Regiearbeit meisterlich in Szene gesetzt: Gleissendes Licht, von Trockenheit zerfurchte Böden, sowie perlendes, lebensspendendes Wasser lassen uns den stillen Rhythmus der weiten Steppe erfahren.

Alexander Streb


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