Kino immer anders

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Berlin in den Achtzigerjahren: Mark kehrt von einem Auftrag des Geheimdienstes nach Hause zurück. Seine Frau Anna hat sich in der Zwischenzeit von ihm entfremdet und unterbreitet ihm eiskalt die Scheidung. Voller Wut und Eifersucht, beinahe des Wahnsinns, drängt Mark seine Frau zu einer Erklärung, bis sie zugibt, schon seit Längerem eine Affäre mit einem selbstverliebten Esoteriker zu haben. Im Glauben, dass Anna ihm nicht die ganze Wahrheit erzählt, sowie durch die Feststellung, dass sie ihren Sohn vernachlässigt und immer wieder spurlos verschwindet, geht Mark der Sache auf den Grund und macht dabei die bizarrsten Entdeckungen.

Die deutsch-französische Produktion Possession des polnischen Regisseur Andrzej Zulawski fängt gewöhnlich an, verlässt jedoch bald die Pfade des konventionellen Erzählkinos und überschreitet mehrfach die Genre-Grenzen. Aus dem anfänglichen Ehedrama entwickelt sich ein psychologischer und surrealer Thriller mit Horrorelementen, der durch eine unstetige Kameraführung, einer kafkaesken Atmosphäre und hysterischen verbalen Auseinandersetzungen eine elektrisierende Intensität aufbaut, die den Zuschauer so leicht nicht mehr loslässt. Ein Kultfilm, für den die aufgebrauchte Floskel, dass man mit Worten allein das Geschehen nicht erklären könne, sondern gesehen haben müsse, am besten passt.

Federico Chavez


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