Kino immer anders

SEOM

An einem abgelegenen See, inmitten einer prachtvollen, grünen Landschaft, bietet die stille Hee-jin Anglern eine Zuflucht vor der Grossstadt: Sie vermietet kleine, bunte Boote und versorgt die Kunden mit Ausrüstung, Lebensmitteln sowie Prostituierten. Eines Tages mietet der mysteriöse Hyun-shik eine dieser schwimmenden Inseln. Er ist aber nicht zum Angeln gekommen oder um sich mit Frauen zu vergnügen, sondern ist auf der Flucht vor seiner Vergangenheit, die ihm keine Ruhe lässt. Hee-jin fühlt sich von seiner sorgenvollen Seele angezogen und versucht sich ihm anzunähern. Darauf weiss er zunächst jedoch nur mit gewaltsamer Zurückweisung zu reagieren.

Seom – Die Insel ist Kim Ki-duks Durchbruch in der Kinowelt ausserhalb Südkoreas. Kim zeigt uns die Beziehung zweier verletzten Seelen, die unfähig sind, sich ohne Gewalt und Schmerz auszudrücken, die zugleich aber Zärtlichkeit und Harmonie suchen. Diesen Zwiespalt stellt der Regisseur mit Bildern friedlicher Hausboote in idyllischer Landschaft dar, kontrastiert mit Gewalt und Düsterheit.

Federico Chavez


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