Kino immer anders

2015-2 Warum Bodhi-Dharma in den Orient aufbrach

„Und der goldene Leopard geht an Warum Bodhi-Dharma in den Orient aufbrach“, hiess es 1989 am internationalen Filmfestival von Locarno. Kein Wunder! Es war auch ein ganzes Stück Arbeit, die der Filmemacher Yong-kyun Bae über eine Zeitspanne von acht Jahren geleistet hat. Drehbuch, Regie, Kamera, Ton, Schnitt (von Hand) und Montage, alles ging über seinen Tisch.

Entstanden ist ein kleines Wunderwerk, das Hollywoods Konventionen über den Haufen wirft und allein in der Schweiz mehr als 150’000 KinobesucherInnen verzaubern konnte. Der Film selbst spricht in Rätseln, die es von den Protagonisten und den Zuschauern zu entschlüsseln gilt – er bietet eine gar höchstinteressante Form der Auseinandersetzung mit buddhistischen Inhalten und Anspielungen, was den eigenen Glauben herausfordert. Doch keine Angst: Wie in anderen Religionen geht es im Zen-Buddhismus um die schwierigen Fragen des Daseins. Um dieses innere und gemeinschaftliche Kinoabenteuer fühlbar zu machen, reicht eine subtile Geschichte über das gemeinsame Leben dreier Menschen in den Bergwäldern Südkoreas: ein alter Zen-Meister, sein Schüler und ein Waisenjunge.

Lorenzo Berardelli


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