Temporär im Kino Riffraff


Adrift (Die Farbe des Horizonts) erzählt die wahre Geschichte von Tami Oldham Ashcraft (Shailene Woodley) und Richard Sharp (Sam Claflin), die auf ihrer Segelroute auf dem Pazifik in einen Hurrikan geraten. Während Richard vom Sturm über Bord gerissen wird, gelingt es Tami, ihr beschädigtes Boot in 41 Tagen nach Hawaii zu navigieren und dies lediglich mit Hilfe eines Winkelmessgeräts.

Die Ausweglosigkeit ihrer Situation wird mittels Luftaufnahmen deutlich gemacht, die von unerträglicher Stille begleitet werden und das Segelboot winzig klein in der Unendlichkeit des Pazifiks erscheinen lassen. Im Kontrast dazu, steht der Höhepunkt des Sturms, der reichlich mit Spezialeffekten beladen ist und sicherlich ein Erlebnis auf Grossleinwand darstellt, jedoch das einzige Spektakel im Film bleibt. Stattdessen legt Regisseur Baltasar Kormákur den Fokus auf Tamis Fertigkeiten und ihren Überlebenskampf auf dem offenen Meer.

Zudem entscheidet sich Kormákur gegen eine chronologische Erzählweise, was die Spannung im Film aufrecht hält. So werden die Ereignisse bis zum Höhepunkt des Sturms in Voraus- und Rückblenden erzählt. Die Retroperspektiven der Liebesgeschichte durchbrechen wiederholt dramatische Szenen und dienen so der Auflockerung; wir werden Zeuge unbeschwerter Romantik, bis mit einem Schnitt die Realität mittels Vorausblende einsetzt und uns die schiffbrüchige Tami inmitten des Pazifiks präsentiert. Durch diese Erzähltechnik gelingt es Kormákur, Filmbilder, respektive Atmosphären, radikal gegeneinander zu stellen.

Adrift (Die Farbe des Horizonts) ist eine Mischung aus Romanze und Katastrophenfilm. Kormákur bemüht sich um traumhafte, eindrucksvolle sowie wirklichkeitsnahe Bilder, die die Romantik zwischen Liebenden, respektive den Alptraum von Schiffbrüchigen untermalen sollen. Jedoch hält er sich mit der authentischen Darstellung einer Hochseekatastrophe zurück, die mit deutlich mehr Grausamkeit und Brutalität einhergehen würde. Nichtsdestotrotz ist Adrift (Die Farbe des Horizonts) ein guter Unterhaltungsfilm für RomantikerInnen, nicht aber für Fans des Survival-Genres.

Catherine Szeitner


Weitere Filmkritiken