Kino immer anders


Die Geschichte der Roma ist eine Geschichte der Migration, die in Nordindien beginnt und sich über mehrere Kontinente erstreckt. Im Laufe der Jahrhunderte trugen sie viele Namen, nahmen neue Bräuche an und sprachen verschiedene Sprachen. Trotz ihrer Vielfalt verbindet sie jedoch eine gemeinsame Tradition: die Musik.

Mit Latcho Drom liefert Regisseur Tony Gatlif einen Film, der Genres überschreitet und Dokumentarfilm mit Fiktion und Musikperformance verbindet. Gatlif, der selbst Roma-Vorfahren hat, legt grossen Wert darauf, dieses Werk dieser Gemeinschaft zu widmen, die lange Zeit missverstanden und falsch dargestellt wurde. Er folgt den Spuren seiner Vorfahren von Indien nach Spanien, über Ägypten, die Türkei, Rumänien, Ungarn, die Slowakei und Frankreich. Mit einem fast ethnografischen Blick porträtiert jedes Kapitel des Films das Leben und die Geschichte der Roma allein durch ihre Musik. Mit atemberaubenden Darbietungen von Roma-Künstlern fängt Latcho Drom die Essenz der Musik ein: sowohl eine kraftvolle Ausdrucksform als auch ein Medium für kollektive Geschichte.

Deniz Imir

 


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