Kino immer anders


Begleiten Sie Ashik Kerib, einen armen Minnesänger, auf seiner tausend Tage dauernden Odyssee, um das Recht zu erlangen, seine Geliebte zu heiraten. Ashik, der der schönen Magul-Megeri ergeben ist, wird von ihrem reichen Vater abgelehnt und muss sich auf die Suche nach Glück und Reichtum begeben. Als sich das Schicksal gegen ihn wendet und er für tot erklärt wird, muss Ashik Kerib, um seine Liebe zurückzugewinnen, Zeit, Entfernung und das Schicksal selbst überwinden.

Ashik Kerib ist offiziell als Kinderfilm ausgewiesen und wird von Sergei Parajanov sowohl als Märchen als auch als kulturelles Archiv behandelt. Er verbindet das Geschichtenerzählen mit Ritualen, Kostümen, Musik und Ikonografie aus dem Kaukasus. In völliger Abkehr vom „sozialistischen Realismus“ sind die Bilder wie gemalte Tableaux komponiert, die Farben sind gesättigt und symbolisch, und die Figuren bewegen sich mit der Präzision eines Rituals und beschwören eine idealisierte vorrussische Vergangenheit herauf.
Ton und Musik spielen eine zentrale Rolle. Der Film enthält aserbaidschanische Dialoge mit georgischer Übersetzung im Hintergrund, während der Soundtrack zwischen muslimischen Volksliedern, christlicher Chormusik, klassischen Melodien und elektronischen Klängen wechselt.
Ashik Kerib ist Andrei Tarkovsky gewidmet und gilt als Parajanovs Abschiedswerk: eine verspielte, manchmal kitschige Hommage an Märchen, Liebe und Musik.

Sixtine Asselot


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