Kino einfach anders


Mama, Papa, Sohn wortlos in ihrer Wohnung. Von Familienidylle keine Spur. Es klingelt und die Eltern ringen um das Handy des Vaters: Wieder eine Geliebte. Mama hat es endgültig satt, dreht durch, schneidet ihrem Kind den Penis ab und verschwindet. Papa ist geplagt von Schuldgefühlen, recherchiert nach Transplantationen und Möglichkeiten ohne Geschlechtsteil zum Orgasmus zu kommen. Sohnemann verwickelt sich derweil in eine Gruppenvergewaltigung und findet sich im Gefängnis wieder…

Kim Ki-duk ist bekannt dafür Tabus zu brechen und hat den Titel „Enfant terrible Koreas“ schon lange gepachtet. In Moebius macht er sich einen Spass daraus und überschreitet die Grenzen in die Tabuzone mit Absurdität und Komik, dass man sich nur mit gewollter Ignoranz ernsthaft empören könnte. Der Film kommt gänzlich ohne Dialoge aus, ohne stumm zu sein: Es wird geschrien, gekeucht, gegrunzt, geröchelt, gestöhnt. Ein effektives Stilmittel, das für einige audiovisuell schmerzhafte, aber komische Szenen sorgt. Ein Spass für die ganze Familie Filmstelle!

Federico Chavez


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