Temporär im Kino Riffraff


Pablo Trapero (LEONERA) inszeniert einen eindrücklichen Film über die Haupttodesursache Argentiniens: Verkehrsunfälle. Illegale Anwaltskanzleien nutzen diese menschlichen Tragödien skrupellos aus, um Profit daraus zu schlagen.

Rechtsanwalt Héctor Sosa (Ricardo Darín), welcher sein Anwaltspatent verloren hat, ist für eine „Stiftung“ tätig, die unschuldige Verkehrsopfer vor Gericht vertritt, um für diese hohe Entschädigungssummen herauszuschlagen. Zufälligerweise ist Sosa immer vor Ort, wenn es zu solchen Verkehrsunfällen kommt um die Verkehrsopfer als neue Kunden anzuwerben. Schnell wird klar, dass Sosas Arbeitgeber den grössten Teil des gerichtlich erzielten Geldes einsacken und für die tatsächlichen Opfer nur wenig herausspringt. Die Stiftung schreckt auch nicht davor zurück, solche Unfälle selbst zu inszenieren. Bei einem Unfall lernt Sosa die Notärztin Luján Olivera (Martina Gusman) kennen. Sie treffen nun öfters an Unfallplätzen aufeinander und eine Liebesbeziehung beginnt. Als ein Freund von Sosa bei einem inszenierten Unfall stirbt, versucht Sosa mit Oliveras Hilfe, aus der Stiftung auszusteigen, was nicht ohne Vergeltungsschläge abläuft.

Argentiniens soziale Tragödie ist im Stil eines Film Noir gedreht. Ricardo Darín (EL SECRETO DE SUS OJOS) und Martina Gusman (NACIDO Y CRIADO), Traperos Frau, glänzen in ihren Rollen. Ihre Liebesbeziehung ist der Hoffnungsschimmer in einer skrupellosen und düsteren Bandenwelt.

Crisitina Giudicetti


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