Temporär im Kino Riffraff


Kurzfilme werden vielfach unterschätzt! Aber dank der Kurzfilmnacht-Tour wird auch dieses Jahr dem Schweizer Publikum ein reichhaltiges Programm an Kurzfilmen geboten, das jedes Filmliebhaber-Herz höher schlagen lässt. Genauer genommen sind es vier sorgfältig kuratierte Kurzfilmprogramme: Publikumslieblinge der Internationalen Kurzfilmtage Winterthur, Aktuelles aus der Schweizer Filmszene, Körperlichkeit, Sexualität und Wünsche im reifen Alter und eine fantastische Nocturne formen die Akzente der 14. Kurzfilmnacht, die am 1. April in Zürich startet. In den beiden Arthouse Kinos Le Paris (ab 20.30) und Uto (ab 21.00) feiert der Film «Puppenspiel» von Ares Ceylan seine Vor-Premiere und eröffnet somit das diesjährige Filmprogramm.

Die ausgewählten Filme überraschen, bewegen und laden zum Mitlachen ein. Ob es nun ein Klassiker von 1901 ist (L’homme à la tête de caoutchouc), der beste Abschlussfilm, ausgezeichnet mit dem Schweizer Filmpreis 2016 (Ruben Leaves) oder ein Tscherkassky Film (Dream Work), auf das Publikum wartet eine volle Bandbreite an ausserordentlichen Filmen.

Die exklusive Vor-Premiere «Puppenspiel» verspricht Spannung bis zur letzten Minute. Die unheimliche Geschichte vom jungen Ruben, der abgeschieden von der Zivilisation mit seinem Vater lebt und einem unheimlichen Geheimnis auf die Schliche kommt, überzeugt nicht nur auf Bild- sondern auch auf Tonebene. Mit grossen Augen dürfen wir das schauerliche Machtspiel auf der Grossleinwand mitverfolgen.

Der Gewinner des Kinderpublikumspreises am Fantoche 2015 «Johnny Express» nimmt uns mit ins Weltall und zeigt, welchen Herausforderungen sich der Kurierbote Johnny stellen muss. Der Kinderliebling ist nicht nur liebenswert gemacht und wahnsinnig witzig, sondern liefert mit Johnny auch ohne Dialog einen Charakter, mit dem man sich leicht identifizieren kann.

Es gibt ein Zitat darüber, dass an Flughäfen mehr ehrliche Küsse ausgetauscht werden, als vor dem Altar. So ist es doch auch am Bahnhof. Oder? Passend zum Frühling begleiten wir Paare in der eindrücklichen Plansequenz in «Und Tschüss» durch einen Bahnhof und erleben in diesen 5 Minuten einzelne Begegnungen mit. Ob nun am Anfang, zum Ende oder irgendwo zwischen den Liebesgeschichten, sie harmonieren in einem perfekt inszenierten Ablauf und lassen das Publikum mitfiebern.

In den nächsten zwei Monaten tourt die Kurzfilmnacht durch 12 verschiedene deutschsprachige Schweizer Städte. Ob die Filme auch in einem Kino in deiner Stadt gezeigt werden, kann auf der Website der Kurzfilmnacht nachgelesen werden.
Die Filmstelle wünscht auf alle Fälle viel Vergnügen und verlost auf Facebook unter allen Likern des Posts 1×2 Karten für die Vorstellung im Uto.
Victoria Gehringer

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«
Und Tschüss» von Walter Feistle & Stefan Schneider
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«Ruben Leaves» von Frederic Siegel

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