Temporär im Kino Riffraff


Holly und „Messer“ sind sich bei ihrem ersten Zusammentreffen überhaupt nicht sympathisch. Vielleicht gerade deshalb führt sie das Schicksal nochmals zusammen. Und das mit einer Aufgabe, die es in sich hat. Als ein befreundetes Ehepaar bei einem Autounfall ums Leben kommt, sollen sie sich als Pflegeeltern um das hinterbliebene Kind kümmern. Trotz Bedenken beschliessen sie sich für die kleine Sophie da zu sein und ziehen in das Haus der Verstorbenen ein.

Im Weiteren werden die ersten gemeinsamen Monate des Zusammenlebens veranschaulicht: Von Problemen des Windel-Wechselns über schlaflose Nächte bis zu den schöneren Momenten der ersten Gehversuche des fast einjährigen Kindes. Neben kurzen ernsthafteren Momenten, wie die Erinnerungen an die verstorbenen Freunde oder die Einsicht mit der Kindererziehung überfordert zu sein, stehen vor allem viele Komikeinlagen, die das Kind und den Umgang mit diesem oftmals ins Lächerliche ziehen und die eigentliche Tragweite des familiendramatischen Schicksals so gut wie aufheben. Die komödiantischen Elemente wirken deshalb meist unangebracht und lassen den Film sehr oberflächlich wirken. In einigen ernsten Szenen, die von den Schauspielern sehr authentisch und glaubwürdig dargestellt sind, wünscht man sich, der Filme würde auf dieser Schiene weiterfahren, sich in einen dramatischeren Plot wandeln, um näher an das Essentielle der Geschichte zu gelangen. Doch sobald man meint einem würden tiefere Einblicke in die Figuren gewährt, wird die Inszenierung schnell wieder mit „Hollywood-Kitsch“ ausstaffiert. Noch weniger als die Eigenschaften der Hauptfiguren wird der Charakter des Kindes thematisiert. Von jeglichen Gefühlen wie Trauer oder Wut, die man nach einer Trennung von den leiblichen Eltern erwartet, erfahren wir nichts.

Aufgrund der oberflächlichen Handlung trifft auch der feinsinnige Titel nur halb zu: er verspricht Tiefgang (das Leben mit seinen Tücken und Schicksalen, die einem wiederfahren etc…), kann dieses Versprechen in der Filmumsetzung allerdings nicht einhalten. Der filmische Stoff und auch das Potenzial der Schauspieler könnte definitiv mehr hergeben. Einzig für Fans der romantischen Komödie kann „Life as we know it“ ansprechen.

Jana Heberlein


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