Temporär im Kino Riffraff


Lucy (Scarlett Johansson) ist Austauschstudentin in China, geht lieber an Parties als an die Universität und verwendet bestimmt nicht mehr als die üblichen 10% Hirnkapazität, die einem durchschnittlichen Menschen zur Verfügung stehen. So gerät sie auch in die Hände eines grausamen, gewalttätigen chinesischen Gangsters, mit einem Plastikbeutel voll einer neu erfundenen synthetischen Droge in ihrem Bauch und der Aufgabe, nach Europa zu fliegen um dort die Droge abzuliefern.

Bis hier ist der Film ein guter Thriller. Bevor Lucy aber losfährt, wird sie von einem der Mafiosi geschlagen: Zwei Fusstritte in den Bauch führen dazu, dass der Beutel in ihrem Magen reisst und die Droge in ihren Kreislauf eintritt. Die Überdosis tötet Lucy nicht, sie bewirkt aber, dass sich ihre Gehirnkapazität schrittweise bis zu 100% erhöht. Und hier springen wir in einen völlig anderen Film, der Sci-Fi, Action und ein wenig Philosophie vermischt. Leider sehr wenig gelungen und langweilig.

Lucy wird nicht nur intelligenter. Sie wird allwissend, telekinetisch, sie kann Leute mit einem Blick zum Einschlafen bringen und sie kann physische und zeitliche Barrieren überwinden. Und last but not least kann sie ihren Körper nach ihrem Willen transformieren. Der Höhepunkt: In dem Moment, in dem sie 100% ihres Gehirns verwenden kann, auf dem Gipfel ihrer Intelligenz und ihrer Allmacht, verlässt sie die körperliche Form und fusioniert mit dem Internet.

Meiner Meinung nach gibt es Grenzen, die ein Sci-Fi-Film einhalten sollte. Die Geschichte soll glaubwürdig bleiben in dem Ausmass der Unglaubwürdigkeit, die erzählt wird. Diese Grenze ist hier aber weit überschritten, was auch das Lachen im Kinosaal zeigte. Zu viele Elemente werden im Film vermischt, eine Einheitlichkeit stellt sich nicht ein. Oder vielleicht braucht man einfach mehr als 10% seiner Gehirnkapazität, um den Film zu verstehen

Martina Viviani


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