Kino immer anders

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Fürchterlicher Regen macht dem tollpatschigen Steuereintreiber Choi San einen Strich durch die Rechnung, und so steigt er in einen verlassenen Tempel ab, in dem es gewaltig spukt. Dort haust die überirdisch schöne Siu Sin, in die sich der nichts ahnende Jüngling verknallt. Die laszive Geisterfrau törnt Männer für gewöhnlich nur an, um sie ihrer Herrin zu opfern: Einer Baumdämonin, die mit ihrer überdimensionalen Zunge die Lebensenergie der lüsternen Kerle raubt. Dieses Mal verliebt sich die „Lady“ jedoch in das unschuldige Menschenkind. Mit Hilfe eines rappenden Kung-Fu-Mönchs will Choi San die Schöne von ihrem Fluch befreien…

Klingt verrückt? Ist es auch. In kreativer Zusammenarbeit mit dem sich stets einmischenden Produzenten und Cineasten Tsui Hark gelang es dem Regisseur Siu-Tung Ching das Hongkong-Kino neu zu erfinden und im Westen salonfähig zu machen. Die Faszination dieses virtuosen Bildersturms ist in Worten kaum zu fassen. Hier wird ein rasant erzähltes Genre-Potpourri auf die Leinwand gebracht: Romanze, Märchen, Kampfkunst, Komödie, Horror und Action. Und das alles ohne Hightech-Firlefanz, was der poetischen Geistergeschichte und dem fernöstlichen Flair nur zugutekommt.

Lorenzo Berardelli


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