Kino immer anders

Ich_war_neunzehn

Die letzten Tage des Zweiten Weltkriegs: Nazideutschland hat den Krieg eigentlich bereits verloren, die Alliierten und die Rote Armee besetzen weite Teile des Landes und dennoch kommt es nicht zur Kapitulation. Der neunzehnjährige Gregor H., dessen Eltern schon früh nach Moskau emigrierten, steht auf Seiten der Roten Armee. Aufgrund seiner Zweisprachigkeit wird er zum Kommandanten befördert und muss trotz seines noch jungen Alters die Vermittlerrolle an vorderster Front übernehmen. Ausgerüstet mit einem Megaphon versucht er, die Soldaten der Wehrmacht zur Kapitulation zu bewegen und somit weitere Blutbäder zu verhindern.

Ich war neunzehn ist ein autobiografisches Meisterstück von Konrad Wolf – einer der bedeutendsten DEFA-Regisseure neben Frank Beyer – das bildstark und authentisch das nahende Kriegsende und den Zusammenbruch Nazideutschlands zeigt. Aufrichtig und – ungewöhnlich für (Anti-)Kriegsfilme – frei von jeglichem Pathos, zeichnet der Film ein präzises Zeitbild vom Ende des Zweiten Weltkrieges.

Alex Streb


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