Kino immer anders

2015-2 Love Exposure

Bei einer Strassenschlägerei prallen die Schicksale dreier junger, emotional verkrüppelter Menschen zusammen. Yu ist auf der Suche nach der wahren Liebe, nach seiner „Jungfrau Maria“. Jeden Tag geht er zur Beichte bei seinem Vater, einem katholischen Priester. Als ihm die erfundenen Sünden ausgehen, lebt er sich als Perversling aus und beginnt, Mädchen unter den Röcken zu fotografieren. Als Frau verkleidet tri er eines Tages auf Yoko, die sich gerade mit einer Gruppe Männer prügelt und eilt ihr zu Hilfe. Yoko ist durch und durch eine Rebellin. Von ihrem Vater missbraucht, hegt sie einen tiefen Hass gegenüber Männern. Ihre nahende „Retterin“ erkennt sie natürlich nicht als solchen und verliebt sich in Yu. Auch er ist sofort in Yoko verknallt. Aus dem Hintergrund beobachtet die mysteriöse Koike das Geschehen. Sie hat ihre ganz eigenen Pläne mit den beiden Verliebten…

Mit dem vierstündigen Epos Love Exposure startet die Filmstelle fulminant in den neuen Zyklus. In Sion Sonos einzigartigem Meisterwerk werden gekonnt Liebesdrama und Glaubensgeschichte miteinander verbunden. Dazwischen nimmt der Film immer wieder Züge einer Actionkomödie an, was sich bei der langen Laufzeit als sehr erfrischend herausstellt. Der Zuschauer folgt jede Minute gebannt dieser unglaublichen Liebesgeschichte, die durch den Glauben der jeweiligen Figuren ständig auf die Probe gestellt wird. Die tollen Jungschauspieler, die meisterhafte Inszenierung und ein schöner zeitgenössischer Soundtrack machen diesen Kultfilm zu einem einmaligen Erlebnis.

Miroslav Milinkovic


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