Kino immer anders

Werckmeister_Harmonies

In einem abgeschiedenen ungarischen Dorf herrscht Kälte und Hoffnungslosigkeit. Nur János Valuska vermag als Geschichtenerzähler etwas Licht ins Dunkel zu bringen, wenn er in der Kneipe die Sonnenfinsternis erklärt. Doch bald wird der Ort vom Besuch eines Zirkus erschüttert, der nebst einem echten Wal auch einen Prinzen mitbringt. Unheil legt sich über das Dorf. Oder kommt es nur unter der Oberfläche hervor?

Béla Tarrs Filme beschäftigen sich mit den unbequemen Seiten des menschlichen Daseins. Einsamkeit, Resignation und Scheitern sind Themen, die sich in all seinen Filmen finden lassen – so auch in seinem fünften Werk. Trotzdem, oder gerade deswegen ist Werckmeister Harmonies ein Film, der die Zuschauer tief berührt. In schwarzweissen Bildern und mit langen Einstellungen beschwört Tarr Stimmungen und Gefühle herauf, die lange in jedem nachschwingen, der dieses Meisterwerk gesehen, oder wohl eher erlebt hat.

Lucca Kohn


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