Temporär im Kino Riffraff


Ein unscheinbarer Mann sitzt in einem Hotelzimmer. Vor ihm drei Journalisten: «Wie war Ihr Name nochmal?» – «Mein Name ist Edward Snowden – aber man nennt mich Ed». Noch ahnt niemand, dass einige Zeit später fast jeder diesen Namen kennt, ja, es sogar einen Blockbuster mit demselben Namen gibt. Es ist der Anfang einer denkwürdigen Geschichte, der Funke, der das Feuer namens Überwachungsskandal entfacht.

 

Filmemacherin Laura Poitras recherchiert für einen Film zur Überwachung in den USA, als sie eine verschlüsselte Nachricht erreicht, die ihr brisante Informationen über die National Security Agency (NSA) verspricht. Monate später trifft sie den anonymen Citizenfour in ebenjenem Hotelzimmer in Hong Kong. Aus erster Hand erfährt sie, was später als einer der grössten Skandale des 21. Jahrhunderts in die Geschichte eingeht: Die amerikanische Regierung überwacht im grossen Stil ihre Bürger. Der technologische Fortschritt ist statt Befreiung der Gesellschaft plötzlich Feind der Freiheit.

 

Mit Poitras sind wir bei diesem denkwürdigen Moment hautnah dabei und erleben wie Telefone, Fenster und Bildschirme zum Feind werden, wie «Ed» selbst mit seiner unvermittelten Bekanntheit umgeht und wie auch die Journalisten plötzlich zur internationalen Zielscheibe werden.

 

Christine Albrecht


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