Temporär im Kino Riffraff


Basiert auf dem Roman von Barry Hines _A Kestrel for a Knave_, erzählt uns Ken Loach die Geschichte vom jungen Billy Casper, der alleine mit seiner Mutter und seinem Halbbruder in einer sehr armen nordenglischen Stadt aufwächst. Zuhause kümmert sich die Mutter kaum um ihn und der Bruder verprügelt ihn die ganze Zeit. Auch in der Schule machen ihm die Schulkameraden und Lehrer das Leben schwer. Gleichzeitig scheint der Junge kein Interesse für irgendwas zu entwickeln. Plötzlich ändert sich alles, als unser Billy einen Falken findet und ihn zu seinem besten Freund macht. Endlich scheint er eine Freude im Leben zu haben und seine wahre Sensibilität kommt zum Vorschein.

Durch seinen neorealistischen Stil gibt uns Ken Loach einen anschaulichen Blick auf die arme englische Gesellschaft – durch die Augen eines Kindes, das auf der Suche nach Freiheit und vor allem nach Freude am Leben ist. Zwischen Billy und dem kleinen Falken entsteht eine harmonische Beziehung, die auf Vertrauen und gegenseitigem Zuhören beruht – genau die harmonische Beziehung, die im Erziehungsprozess sowohl in der Familie als auch in der Schule verloren ging. Der kleine Falke scheint zu zeigen, wie Kinderwelt und die Welt der Erwachsenen koexistieren können. Das Schwierige ist aber die Botschaft eines so zarten Tieres rechtzeitig zu begreifen.

Federico Schembri


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