Kino einfach anders


In einem Krankenhaus irgendwo im Nordosten Thailands liegen Soldaten, die sich aufgrund einer mysteriösen Krankheit im Dauerschlaf befinden. Durch eine freiwillige Helferin, mit Kräften eines Mediums gesegnet, können die komatösen Patienten mit ihren Angehörigen kommunizieren. Es scheint, als ob die Geister der schlafenden Soldaten auf ein jahrtausendealtes Schlachtfeld gerufen werden.

Behutsam, fast schon still, führt der Film an die Figuren und ihre Lebenswirklichkeit heran, an die spirituelle Geisterwelt, deren Geschichte. Überhaupt scheint die Zeit still zu stehen. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft verschmelzen zu einem Bild. Die Geister der Ahnen auf dem Schlachtfeld, die imaginierten prunkvollen Hallen von Königen und nicht zuletzt die jüngere Geschichte Nordostthailands fügen sich in maximaler Reduktion zusammen. Das bemerkenswerteste an diesem thailändischen Juwel ist der komplette Verzicht auf irgendeine Form von Darstellung der Geisterwelt. Weder akustische noch visuelle Zeichen zeigen uns diese Welt, die allein in der Vorstellung der transzendierenden Figuren zu existieren scheint.

Alexander Streb


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