Temporär im Kino Riffraff


Kambodscha, 1975: Unter der Führung von Pol Pot ergreift die kommunistische Guerillabewegung Khmer Rouge die Macht im Land. Doch ihre versprochene Utopie entpuppt sich bald als Schreckensherrschaft. Die Bevölkerung wird zur harten Arbeit auf den Reisfeldern gezwungen. Tausende sterben an Hunger oder Krankheit. Wer es wagt zu protestieren oder im Verdacht steht ein Intellektueller zu sein, wird hingerichtet.

Der kambodschanische Regisseur Rithy Panh hat als Einziger seiner Familie das Regime überlebt. In The Missing Picture rekonstruiert er mithilfe von selbstgeformten Tonfiguren und Propagandaaufnahmen der Khmer Rouge Szenen aus seiner Vergangenheit, um so sein persönliches Schicksal und das seiner Landsleute aufzuzeigen. Entstanden ist ein unkonventioneller und sehr eindrücklicher Dokumentarfilm; keine trockene Geschichtslektion, sondern das berührende Porträt einer Gesellschaft, die unvorstellbares Leid durchstehen musste.

Mischa Haberthür


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