Kino einfach anders


PROLOG: Die Kamera schwebt in Vogelperspektive über dem Raum, einer Theaterbühne, auf der die Umrisse von Dogville aufgezeichnet sind – eine Kleinstadt in den Rocky Mountains zu Zeiten der Great Depression, wie wir vom stets präsenten Erzähler erfahren. Tom, ein junger Schriftsteller, und die Dorfgemeinschaft werden vorgestellt. ERSTES Kapitel: In der Ferne hallen Schüsse und veranlassen Tom dem Ursprung nachzugehen. So trifft er auf die schöne Grace, die gehetzt und verstört wirkt. Schnell wird klar, dass sie auf der Flucht vor Gangstern ist. Tom nimmt sich ihrer an und versteckt sie. Für Unterschlupf, Bett und Essen bietet Grace den Bewohnern Dogvilles Mithilfe und Arbeit an, um so ihre Dankbarkeit zu zeigen. Die Gemeinschaft nimmt sie zuerst liebevoll in ihre Reihen auf. Doch nach und nach kippt die Grosszügigkeit in Egomanie und Ausbeutung. Sie beginnen erst Graces Dankbarkeit, dann Ihre Notlage auszunutzen – bis zur totalen Erniedrigung …

Eine Bühne, eine Stadt, ein Raum. Lars von Trier erschafft mit minimalistischen Mitteln, reduziertem Set und mit nur einem bestechenden Schauspielensemble um eine herausragende Nicole Kidman ein episch dichtes Meisterwerk. Still und wunderschön inszeniert – grauenvoll atmosphärisch zugleich.

Alexander Streb


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