Kino einfach anders


Was könnte schon schiefgehen, wenn ein bourgeoises Paar aus der französischen Vorstadt sich auf einen Roadtrip begibt, um ein Familienmitglied zu beerben, das es selbst ermordet hat? Desorientiert und erschöpft plündern die beiden Designerklamotten von toten Körpern am Strassenrand und erbetteln Sandwichhäppchen von Arbeitern der Dritten Welt. Ignoranz ist ihr Fahrzeug, Ausbeutung ihr Treibstoff. Als sie ihr Ziel endlich erreichen, scheint die Rückkehr zum Barbarismus ihr unausweichliches Schicksal.
Jean-Luc Godards Weekend ist voller surrealer Begegnungen und absonderlicher Dialoge. Seine filmische Realität ist ein Origami von Zeit und Raum, in dem die Gegenwart sich konstant mit Zukunft und Vergangenheit vermischt. Welche Bedeutung hat ein Kieselstein in der kosmischen Zeitspanne? «Would you rather be screwed by Mao or Johnson?» Wird eine gewalttätige afrikanische Revolution den Kontinent befreien? Godard wirft viele Fragen zu unserem Leben und unserer Umwelt auf, über die es sich auch lange nach dem Schauen zu sinnieren lohnt.
X. Liu


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