Temporär im Kino Riffraff


Benommen schwankt ein junger Physiker namens Prokop durch Prag, nur immer wieder etwas von einer Explosion und «Krakatit» stammelnd. Jiří – ein Studienfreund Prokops – liest ihn auf und lässt ihn verarzten. Im Fieberwahn halluziniert er von der Entdeckung des Sprengstoffs namens Krakatit und verrät die Formel, der sich daraufhin Jiří bemächtigt. Eines Tages erfährt er aus der Zeitung, dass Carson – ein Rüstungsunternehmer – für Krakatit wirbt. Das Zerren um Prokops Wissen über das neue Material beginnt und offenbart den Machthunger, Wahn und Gier der Menschen, gleichgültig gegenüber der Gefahr, die von Krakatit ausgeht.

 

Die Romanvorlage von Karel Čapek – dem Erfinder des Wortes Roboter – aus dem Jahr 1922 erwies sich als visionär in Anbetracht der nuklearen Gefahr, die mit der Erfindung der Atombombe zwanzig Jahre später aufzog. Otakar Vávra verfilmte den brisanten Stoff kurz nach den ersten Atombombentests und dem Beginn des nuklearen Wettrüstens. In alptraumhaft wirkenden und zugleich wunderschön gestalteten Bildern zieht Krakatit in seinen Bann. Eine Warnung vor der ersten Technologie, welche die Vernichtung der gesamten Menschheit bedeuten könnte, und an die Wissenschaft, sich ihrer Verantwortung bewusst zu werden.

 

Alexander Streb


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