Temporär im Kino Riffraff


Der schüchterne und höfliche Engländer Gilderoy ist ein Tontechniker für Filmproduktionen, der für einen Auftrag nach Italien berufen wird. Er ist jedoch eher negativ überrascht, als sich der Film als expliziter Horrorstreifen des Giallo-Meisters Santini herausstellt. Hinzu kommt, dass sich die an der Filmproduktion involvierten Personen merkwürdig verhalten, wodurch sich Gilderoys Arbeit ungemein erschwert. Neben dem Kulturschock irritieren die Bilder – die den Zuschauern vorenthalten bleiben – den zartbesaiteten Gilderoy so sehr, dass ihn seine Arbeit psychisch immer mehr zermürbt. Die Folgen sind verheerend: Gilderoy kann Film und Realität nicht mehr auseinanderhalten.

Bei keinem anderen Film kann man die Entstehung der Soundeffekte so schön bewundern wie in Berberian Sound Studio. Gemüse wird gemetzelt und sich die Seele aus dem Leib geschrien. Peter Strickland schafft es in diesem Psychothriller mit experimentellen Elementen Gilderoys täglich Brot den Zuschauern auf spannendste Weise nahezubringen.

Fleming Bruckmaier


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