Temporär im Kino Riffraff


Faster, Pussycat! Kill! Kill!

Ladies and gentlemen – welcome to violence!

Die Tänzerinnen Varla, Rosie und Billie sind hart, laut und haben einen feinen Geschmack für schnelle Autos. Bei einer ihrer Fahrten in die Wüste begegnen sie Tommy und Linda. Die Herausforderung zum Rennen wird schnell ausgesprochen, endet aber in einem tödlichen Streit, bei dem Tommy den Kürzeren zieht. Die drei Amazonen nehmen daraufhin das Mädchen als Pfand auf der Flucht durch die Wüste.

Russ Meyer, Hollywoods Schmuddelkind mit der Vorliebe für grossbusige Frauen, lässt in diesem billig produzierten Werk sein eigentlich grosses Talent aufblitzen. Mit einfachsten Mitteln, aber Sinn für Ästhetik, famosem Schnitt und dem richtigen Gespür für Provokation, avancierte Faster, Pussycat! Kill! Kill! zu einem der Vorreiter des Exploitationgenres und nebenbei zu einem Film, der als einer der ersten starke und gewalttätige Frauenfiguren zeigt. Frauen, die sich nehmen was sie wollen und dabei zu Mitteln greifen, wie man es sonst nur von Männern im Film kannte.

 

Death Race 2000

Rollende, 2000 PS-starke Latex-Macheten des Todes

In einer nicht allzu fernen Zukunft, dem Jahr 2000, sind alle Staaten zerfallen. An ihre Stelle ist ein autokratisches System getreten. Die Bevölkerung wird mit „Brot und Spiele“ bei Laune gehalten. Jedes Jahr finden tödliche Strassenrennen statt, bei denen die verschiedenen Provinzen gegeneinander antreten (Hunger Games hat hier ordentlich geklaut!). Zur Belustigung des gemeinen Pöbels daheim vor den Fernsehgeräten werden die Fahrer*innen durch spezielle Boni zusätzlich motiviert, Passant*innen und Unbeteiligte kunstvoll, oft mit einer am Kühlergrill angebrachten Machete, zu töten. Mittendrin der grosse Favorit: ein in schwarzem Latex gekleideter, mysteriöser Fahrer namens Frankenstein. Doch der angebliche Mann der Regierung scheint ein doppeltes Spiel zu treiben …

Die durchaus vorhandenen, für eine Dystopie typischen, sozialkritischen Töne geraten durch cartoonhaften Slapstick, überdrehten Humor, Latex-Fetisch und nicht zuletzt Sly Stallones Schauspiel völlig in den Hintergrund. Death Race 2000 ist ein skurril-komisches, einzigartiges Nonsense-Exploitation-Juwel. Nichts für Freunde ernsthafter Science-Fiction, aber ein grosser Spass für alle anderen!

Alexander Streb


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