Temporär im Kino Riffraff


Für die japanische Oberschülerin Gorgeous wandelt sich der Beginn der heiss ersehnten Sommerferien zum Desaster, als sie ihre neue Stiefmutter kennenlernt. Da das Feriencamp ihrer Freundinnen Mac, Sweet, Melody, Kung-Fu, Prof und Fantasy ins Wasser zu fallen droht, schlägt Gorgeous kurzerhand vor, dass sie alle zusammen die Ferien auf dem Land bei ihrer Tante verbringen. In ihrer Euphorie über die freundliche Gastgeberin und ihr schönes Haus(u) ahnen die Schülerinnen nichts von der gefrässigen Inneinrichtung, der schon bald die ersten Extremitäten zum Opfer fallen.

House erweckt den Eindruck, als habe Regisseur Obayashi versucht, so viel fabelhaften Unsinn wie möglich hinein zu packen. Das Absurde, Merkwürdige und Schräge wird zur obersten Maxime ernannt. Obayashi versuchte offenbar möglichst getreu, die Vision seiner neunjährigen Tochter eines Horrorfilms umzusetzen. Das wenig furchteinflössende, dafür umso aberwitzigere Ergebnis funktioniert besonders aufgrund des stilistischen Schabernacks dermassen gut. Von den gefakten Hintergrundkulissen bis zum menschenfressenden Klavier bietet House ein verrücktes Filmerlebnis, dessen Charme wesentlich von den bewusst stümperhaften Spezialeffekten herrührt.

Lucien Duc


Weitere Filme in diesem Zyklus